Allofs-Sieg in Deutschlands Top-Zweijährigen-Rennen – Langtang ist der Winterfavorit in Köln

Eine Stunde vor dem Fußball-Bundesliga-Spiel des VFL Wolfsburg gegen Leipzig, bei dem er selbstverständlich weilte, landete Manager Klaus Allofs einen spektakulären Treffer bei seinem Hobby Galopprennsport in Köln. Vor 12.500 Zuschauern gewann der für Allofs und die Stiftung Gestüt Fährhof angetretene Hengst Langtang als 31:10-Favorit das bedeutendste Rennen für zweijährige Pferde in Deutschland: Unter Jockey Jozef Bojko triumphierte der Campanologist-Sohn aus dem Erfolgsstall von Andreas Wöhler (Spexard bei Gütersloh) im Preis des Winterfavoriten (Gruppe III, 155.000 Euro, 1.600 m) und galoppierte 85.000 Siegprämie auf das Konto seiner Eigner. 

Nach einem idealen Rennverlauf an dritter Position hinter Empire of the Star und Enjoy Vijay kam Langtang, der beim dritten Karrierestart seinen zweiten und natürlich wichtigsten Erfolg markierte, Mitte der Zielgeraden immer besser in Fahrt und ausgesprochen locker gegen den stark Tritt fassenden Außenseiter Fulminato und Real Value hin.

Trainer Andreas Wöhler war erst kurz vor dem Rennen in Köln eingetroffen, da er noch am Vortag einen Starter in Australien hatte. „Es lief alles bestens für ihn. Langtang hatte einen optimalen Rennverlauf. Je weiter die Wege, desto besser für ihn. Er ist kein Pferd für das Mehl-Mülhens-Rennen über die Meile im nächsten Jahr, sondern wird gleich über längere Distanzen beginnen“, erklärte Andreas Wöhler, der die Großereignisse im deutschen Turf 2016 beherrscht. Damit hat das Team Wöhler/Fährhof/Allofs den aktuellen Derby-Favoriten für kommende Saison im Stall. „Bis zum Derby ist es noch weit, aber er hat viel Potenzial“, gab denn auch Jockey Jozef Bojko zu.

Fulminato (Dennis Schiergen) kam als einziger Konkurrent als Zweiter in die Nähe von Langtang, zwei Längen hinter ihm. „Die Form aus Baden-Baden war zu streichen, das hat er heute gezeigt. Er geht nun in die Winterpause“, sagte Trainer Andreas Löwe. Real Value, die Hoffnung von Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren, machte noch sehr viel Boden gut und schob sich auf Rang drei. „Bei anderem Rennverlauf wäre deutlich mehr möglich gewesen“, versicherte der Besitzer.

Ming Jung hielt sich als Vierter achtbar und blieb überraschend vor seinem Trainingsgefährten Colomano, der der Pechvogel der Prüfung war. „Ming Jung ist ordentlich gelaufen, aber Colomano hatte ein katastrophales Rennen. Er musste einen Stopp hinnehmen und kam sogar noch einmal zurück“, so Trainer Markus Klug. Zu Beginn der Geraden war das gesamte Feld nach außen tendiert, und dort wurde der Hengst ziemlich abgedrängt. Die anderen Pferde konnten sich am Ende nicht mehr steigern.

 

Julia Schroeder

 

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